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Wie dich die Ahnenreihe in deine Kraft kommen lässt

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© wernergoetz - Fotolia.com

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Natalie wirkt trotz ihrer 32 Jahre noch sehr kindlich.

Auch ist sie sich ihrer Wirkung als Frau auf die Männerwelt nicht bewusst.

Ihre bisherigen Freunde waren ausnahmslos alle vom Typ „Beschützer“.

„Ich will nicht mehr ‚die Kleine‘ sein!“, sagt sie fast trotzig.

„Irgendwie fühle ich mich in meiner Rolle als Frau nicht angekommen. Ich denke immer noch wie ein Teenager.“

„Hast du schon mal deine weibliche Ahnenreihe gespürt?“, frage ich sie.

„Nein, was ist das?“

„Eine gute Unterstützung, um in deiner Kraft als Frau ganz anzukommen. Es geht um Folgendes: …“

Um den jeweiligen Geschlechtspol auszufüllen, bedarf es eines gesunden Verhältnisses zum gleichgeschlechtlichen Elternteil (Tochter zur Mutter, Sohn zum Vater) und besser noch zur ganzen gleichgeschlechtlichen Ahnenlinie. Störungen hier wirken sich eklatant auf die Bindungsfähigkeit aus und verhindern das Erleben von nährenden, erfüllenden Beziehungen auf Dauer.

In Aufstellungen wird zur Wiedererlangung der vollen Männlichkeit bzw. Weiblichkeit gern eine sogenannte Ahnenreihe aufgestellt. Hier stehen hinter der Frau beispielsweise ihre Mutter, ihre Großmutter, ihre Urgroßmutter usw.

Das Erleben des Fließens der weiblichen Kraft durch die Generationen kann sehr heilsam sein und in eine ausgewogene, echte weibliche Kraft münden, die sich nicht über die Männlichkeit erheben braucht, weil sie in sich ruht.

weibliche Ahnenreihe

Ganz praktisch wird die Ahnenreihe umgesetzt, indem die hinten stehenden Ahnen ihre Arme auf die Schultern der Nachgeborenen legen und die ebenso und so fort.

Wenn zum Beispiel ein Paar sich mit der Ahnenreihe im Rücken begegnet, sind beide in ihrem Pol und es entsteht neben sexueller Spannung auch ein Gefühl für den gesunden Austausch und Ausgleich beim Geben und Nehmen.

Natalie (N) ist bereit dazu und sie wählt drei Frauen als ihre Mutter (M), Großmutter (GM) mütterlicherseits und Urgroßmutter (UGM) mütterlicherseits – also immer der weiblichen Linie folgend.

L=Leiter der Aufstellung

L: Natalie, schließe die Augen und lehne dich ganz vorsichtig nach hinten gegen deine Mutter.

N (versucht es, weicht aber wieder zurück): Es geht nicht. Ich trau mich nicht.

L: Ist etwas zwischen dir und deiner Mutter vorgefallen?

N: Nein, ich glaube nicht.

L: Zwischen deiner Mutter und ihrer Mutter, deiner Großmutter mütterlicherseits?

N: Kann gut sein. Meine Mutter ist schon mit 18 Jahren ausgezogen.

L: OK. Dreh dich mal um und sag deiner Mutter: ‚Eure Differenzen müsst ihr selbst klären. Ich halte mich da raus.‘

Natalie sagt es.

L: Wie fühlst du dich jetzt?

N: Besser. Erleichtert.

L: Willst du es mit der Ahnenreihe nochmals probieren.

N: Ja.

Sie schließt die Augen und lehnt sich vorsichtig mit dem Rücken gegen ihre Mutter.

L: Spür das mal. Spür in dich hinein, wie die weibliche Kraft über Generationen jetzt zu dir fließt.

Es breitet sich eine friedliche Atmosphäre im Raum aus. Natalie beginnt zu lächeln.

L: Wie fühlt sich das an?

N: Sanft, aber kraftvoll. Wie eine Harfe, deren Saiten nacheinander gezupft werden – schön …

L: Ja, bleib da drin … Das ist die weibliche Kraft … Ganz anders als die männliche … ausdauernd, kraftvoll, bewahrend, nährend … Spüre jetzt einmal in deine Brüste, deine Genitalien … Du bist ganz Frau. Du gebierst Kinder. Du bist Tochter und vielleicht bald Mutter … Es ist alles in dir schon da … Komplett da … Kannst du das spüren …?

N: Ja, es ist schön.

Ich lasse sie noch fünf Minuten diese Kraft spüren.

Dann stelle ich einen Mann (Ma) ihr gegenüber.

wAhnen+Mann

L: OK. Ich habe dir einen Mann gegenüber gestellt. Öffne bitte die Augen, schaue ihn an und spüre dabei weiterhin deine weibliche Kraft.

Sie öffnet die Augen und lächelt den Mann souverän an.

L (zum Mann): Wie geht es Dir mit Natalie?

Ma: Ich finde sie sehr attraktiv und erotisch. Auch irgendwie kompetent. Ihr kann ich nichts vormachen.

L (zu N): Brauchst du gerade einen Beschützer?

N: Nein! Ich fühle mich stark und in mir ruhend.

L: Welche Art von Mann interessiert dich jetzt?

N: Einer, der auch in seiner Männlichkeit ruht.

L: Gut. Ich würde es dabei belassen. Spür nochmals richtig hinein und nimm dieses Gefühl mit in dein Herz.

 

Wir beenden die Aufstellung.

Natalie setzt sich ganz gelöst hin.

Kein Vergleich zu dem fast kleinmädchenhaften Verhalten im Vorgespräch.

Erst jetzt kann sie Männern ebenbürtig begegnen.

Die Rolle der ‚Kleinen‘ hatte sie 32 Jahre lang inne.

Jetzt kann sie endlich ganz erwachsen sein.

 

Fazit:

Die hier beschriebene Ahnenreihe hilft, in seine geschlechtsspezifische Kraft zu kommen.

Obwohl diese Aufstellung ganz unspektakulär aussieht, hat sie stark transformierende Kraft und kann zu einem großen Reifungsschritt verhelfen.

Wie sähen wohl unsere Beziehungen aus, wenn wir alle in unserer Kraft wären?

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