Gibt es Schwarze Magie und Flüche beim Familienstellen? - Marc Baco
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Gibt es Schwarze Magie und Flüche beim Familienstellen?

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© Heartland Arts - Fotolia.com

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Leopolds Anliegen war klar und direkt: „Warum stirbt immer mindestens ein Kind in jedem meiner Familienstränge – meist das zweite?

Als er den Hintergrund des Sterbens der Kinder in die Aufstellung hineinstellte, einen männlichen Stellvertreter, wichen die Familienmitglieder erschreckt einen Schritt zurück und eine dunkle Atmosphäre breitete sich im Raum aus …

Was war hier los?

Der Stellvertreter Hintergrund des Sterbens der Kinder hatte ein starke, schwarz-magische Ausstrahlung.

Dass der Stellvertreter eine Person verkörperte, war augenscheinlich.

Ich möchte und kann hier nicht beweisen, dass es so etwas wie Schwarze Magie gibt.

Es ist aber eine gute Metapher für etwas, was sich ab und zu in Aufstellungen zeigt – sei es als Kraft oder (Aus)Wirkung.

 

Was bedingt das entstehen von Schwarzer Magie?

Schwarze Magie sei hier definiert als von einem Menschen gewissenlos ausgesandte, gerichtete Kraft gegen einen anderen Mensch frei von Mitgefühl und Erbarmen mit dem Ziel, dem anderen zu schaden, ihn zu verführen, zu manipulieren oder seinem Willen zu unterwerfen.

Um das überhaupt tun zu können, braucht es

– ein verschlossenes Herz

– eine starke innere Kraft

– oder Zugriff auf eine dunkle Kraftressource

Ein Mensch mit einem offenen oder normalen Herzen könnte Schwarze Magie nicht anwenden.

Eine starke innere Kraft kann durch Disziplin und Arbeit an sich selbst hervorgebracht werden – zum Guten und zum Schlechten.

Eine dunkle Kraftressource ist meist ein unverarbeitetes Trauma oder Leid, dass, statt es aufzulösen oder zu heilen, negativ transformiert worden ist (ich möchte hier jetzt keine Anleitung schreiben, wie man das macht).

Die Anwendung Schwarzer Magie geschieht immer in einem Täter-Opfer-Kontext, wobei beide – Täter UND Opfer – dazu fähig sind, wenn sie die oben aufgeführten Voraussetzungen haben.

Die Täterseite

Die Täterseite lässt sich hier nicht so leicht von der Opferseite trennen.

Denn um ein Täter werden zu können, muss er zuvor (in der Kindheit oder später) in einer Opferposition gewesen sein, bei der sich genügend Hass entwickeln konnte.

Erst dadurch kann sich genug ‚entmenschlichtes‘ Verhalten entwickeln.

Gleichzeitig ist das auch der Ansatzpunkt in der Aufstellung, um ‚an den Täter heranzukommen‘.

Wenn er selbst seine eigene Verletzung wieder spüren kann, kann Menschlichkeit zu ihm zurückkehren.

 

Die Opferseite

Täter und Opfer passen nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip direkt zueinander.

Während der Täter aus seiner Opferposition genug Hass angesammelt hat, damit daraus Täterenergie werden kann, verharrt das Opfer in dieser Position in Resignation – und bildet damit den idealen Gegenpart zu einem Täter.

 

Die Begegnung von Täter und Opfer

Beiden, Opfer und Täter, ist gemeinsam, dass sie ihr Erlebnis nicht richtig aufgearbeitet und transformiert haben.

Wenn es nun zu einer Begegnung zwischen den beiden kommt, entsteht erst einmal ein Heilungshinweis auf die alte Wunde durch eine Reinszenierung der Umstände – alles (ähnlich) wie damals.

Bei genügend Bewusstsein haben sowohl Täter als auch Opfer die Chance die ursprüngliche Verletzung zu transformieren und eben keine neue, negative Erfahrung hinzuzufügen.

Im Kontext der Schwarzen Magie gilt das genauso, wobei hier aber die Beteiligten viel mehr Kraft in die Waagschale legen.

Ein ‚Sieg‘ der einen Seite ist noch lange nicht das Ende der Geschichte.

Das Opfer kann nämlich denjenigen direkt verwünschen oder sogar ihn und seine Nachkommen verfluchen.

Und damit wird eine familienstellerisch wichtige Spirale in Gang gesetzt:

Ab jetzt gehört das Opfer zum System des Täters, bis die Tat ausgeglichen ist.

Andersherum gehört der Täter zum systemischen Kontext des Opfers.

Jetzt lässt sich auch verstehen, was damit gemeint ist, dass ‚ein Fluch immer wieder zu einem zurückkommt‘.

 

© samiramay - Fotolia.com

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Im oben beschriebenen Beispiel stellten wir dann das Opfer hinein (kein Täter ohne Opfer!).

Nach einigen Abprüfen stellte sich heraus, dass der Täter Teil von Leopolds Familiensystem war, das Opfer (eine Frau) ursprünglich nicht zum Familiensystem gehörte.

Sie hatte im Angesicht ihrer Niederlage den Täter und seine Nachkommen verflucht. Der Täter, ein Vorfahre Leopolds, war stark genug, sodass ihm der Fluch nichts anhaben konnte. Aber seitdem stirbt immer mindestens ein Kind in der Familie Leopolds.

In der Aufstellung gingen wir dann den Weg der Aussöhnung zwischen Täter und Opfer. Auch Leopold selbst war mit in der Aufstellung, um als Nachfahre das Leid und Schicksal des Opfers anzuerkennen.

Nachdem wir an das Ahnenherz von Leopolds Vorfahren appelliert hatten (Herzöffnung 1), konnte dieser sein Unrecht aufrichtig bereuen. Das rührte auch das Opfer (Herzöffnung 2) – zusammen mit dem Leid, das der Fluch angerichtet hatte (wir haben dafür 5 Stellvertreter für die toten Kinder mit in die Aufstellung hineingenommen).

Bei Täter und Opfer verflog nach der Herzöffnung die dunkle Aura um sie herum.

 

Konsequenzen für Leopold

Auch Leopold musste sich im weiteren Verlauf der Aufstellung seiner dunklen Seite stellen: Macht zu haben und sie zu verleugnen, ist nicht nur gefährlich (unbewusstes Nutzen der Macht), es ist auch schade, denn sie kann konstruktiv und positiv z. B. zum Heilen eingesetzt werden.

Für Leopold hat sich so ein neues Betätigungsfeld geöffnet, dass er jetzt peu a peu erkunden kann.

 

Abschließende Bemerkungen

Schwarze Magie, Flüche und Verwünschungen benutze ich als Arbeitsbegriffe, um Phänomene zu benennen, die ab und zu in Aufstellungen auftauchen.

Wie sie tatsächlich wirken und entstehen, kann ich nur hypothetisch beschreiben.

Sicherlich werden diese Phänomene irgendwann eine wissenschaftliche Erklärung haben.

Bis dahin können die Betroffenen aber nicht warten.

Insofern benutze ich die derzeit bekannten Lösungsmöglichkeiten (v.a. Herzöffnung, aber auch Abgrenzung), um den Betroffenen zu helfen.

Inwieweit hier andere Techniken Anwendung finden wie Licht- und Engelarbeit oder schamanische Rituale ist noch einmal abhängig vom Aufstellungsleiter und dem, was der Aufstellende in sein Weltbild integrieren kann.

Hauptsache, es hilft!

3 Antworten : Gibt es Schwarze Magie und Flüche beim Familienstellen?”

  1. Elisabeth Kleiser sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    in meiner Familie lastet ein Fluch mit schwarzer Magie auf uns allen.
    Machen Sie die Arbeit mit Familienstellen und was kostet es.In welcher Stadt findet das Familienstellen statt?
    Für eine baldige Nachricht wäre ich Ihnen sehr dankbar.

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