Erben und Erbschaftsstreit - Wie Familien zerrütten können - Marc Baco
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Erben und Erbschaftsstreit – Wie Familien zerrütten können

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© Gina Sanders - Fotolia.com

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„Ich habe mit meinen Geschwistern nur noch schriftlich über Anwälte Kontakt. Seit dem Tod meiner Mutter – mein Vater ist schon vor 10 Jahren gestorben – streiten wir uns um das Erbe. Und das seit 2 Jahren …“

„Wie wichtig ist dir das Erbe, Dendra?“

„Schon sehr, es geht um mehrere Hunderttausende, Häuser, Grundstücke …“

„Wie ist deine Familie zu dem Wohlstand gekommen?“

Allgemeines zum Erben aus Sicht des Familienstellens

Zuerst einmal ist eine Erbschaft etwas Unverdientes und hat damit die Tendenz, sich leicht zu ‚verflüchtigen‘.

Zweitens gibt es beim Erbe immer das Problem der ‚Anhaftung‘: dem Erbe haften viel des Schicksals und der Werte des Erblassers an.

Deshalb ist es wichtig zu prüfen, wie das Erbe zustande gekommen ist.

(War es selbst eine Erbschaft, dann muss man noch weiter zurückgehen mit seinen Nachforschungen.)

© Denis Junker - Fotolia.com

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– Wurde der Wohlstand auf Kosten anderer erreicht? Z. B. Ausbeutung, Unterdrückung, dunkle Geschäfte, Enteignungen von bspw. Juden, Armeniern oder anders Verfolgten etc.

– Wenn das Erbe selbst aus einer Erbschaft resultierte: Gab es damals Übergangene, Ausgegrenzte oder Übervorteilte? Z. B. könnten sich die Ereignisse von damals heute mit anderen Personen wiederholen.

– Sind an das Erbe vom Erblasser Bedingungen geknüpft, die eine freie Entfaltung der Lebensziele und Werte des Erben be- oder verhindern? Z. B. muss der elterliche Betrieb weitergeführt werden oder ein bestimmtes Studium abgeschlossen werden.

– Ist die testamentarische Verteilung fair und ohne Benachteiligung erbberechtigter Personen aufgesetzt? Z. B. unfaire Behandlung von Frauen gegenüber Männern etc.

 

Nach Hellinger ist es bei aufkommendem Streit besser, auf ein Erbe ganz zu verzichten, als vor Gericht seine Ansprüche durchzusetzen, denn neben dem Geschenk des Lebens durch die Eltern hat alles andere den Charakter von Peanuts.

© Trueffelpix - Fotolia.com

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Das ist natürlich eine radikale Aussage und ich würde dem entgegensetzen, dass es für den Benachteiligten auch wichtig ist, für sich selbst einzustehen, gerade wenn das bisher eines seiner Muster war.

Wenn es Kinder aus erster und zweiter (oder weiterer) Ehe gibt, so haben systemisch die ersten Kinder Vorrang, doch sollte auch hier eine faire und gleiche Verteilung angestrebt werden – auch bei unehelichen Kindern.

Nicht förderlich ist es, wenn nur die letzte Ehe/Partnerschaft bedacht ist oder die – im Falle eines verstorbenen Mannes – letzte Partnerin das Erbe allein für sich und ihre Kinder haben möchte. Die Kinder aus früheren Beziehungen müssen immer fair mitbedacht werden.

Wenn das Testament schon von sich aus aus irgendeinem Grund unfair von den Eltern aufgesetzt wurde, ist es am besten, wenn die Erben jenseits von juristischen Ansprüchen eine faire Regelung anstreben. Die Verstorbenen reagieren in Aufstellungen darauf meist sehr positiv.

 

Dendras Aufstellung

Dendras Familie kommt aus den Niederlanden und ist eine alte Handelsfamilie.

Sie hat gehört, dass ihre Vorfahren kräftig im Sklavenhandel mitgemischt haben.

Zur Überprüfung, ob das hier eine Rolle spielt, stellen wir wie folgt auf:

E=Erbe, S1=Sklave 1, S2=Sklave 2, D=Dendra, V=Vater, M=Mutter, G=Geschwister

Dendra 1

Abbildung 1: Anfangsbild

Es ist sofort eine hohe Energiedichte in der Aufstellung zu spüren. Dendra steht bei den beiden Sklaven, ihrer Familie gegenüber. Das Erbe schaut herablassend auf die beiden Sklaven. Dendras Mutter schaut traurig zu Dendra und den Sklaven. Der Vater schaut etwas auf das Erbe und Dendra.

Die Aufstellung war sehr lang, weshalb ich sie nur verkürzt und auf das Thema Erben verdichtet wiedergebe:

Dendra ist mit den Opfern, den beiden Sklaven, verstrickt. Nachdem sie ihr Leid gewürdigt und anerkannt hat, kann sie die Verstrickung lösen.

In der Aufstellung schien es so, als dass die Täterenergie von der Vaterlinie herkam und das Erbe und die Geschwister stark beeinflusste.

Die Mutter profitierte zwar vom Wohlstand, war aber nicht verstrickt und sich ihrer Verantwortung bewusst.

Der Vater war uneinsichtig und wies jede Verantwortung von sich. Es kam zu keiner Versöhnung mit den Sklaven.

Ich stellte dann Dendra in den Bannkreis der Mutter, um sie vor den negativen Energien der Vaterlinie zu schützen.

Dendra 2

Abbildung 2: Schlussbild

Aus der Aufstellung heraus empfahl ich ihr, möglichst auf das Erbe zu verzichten oder es sofort zu spenden – am Besten an eine Organisation, die sich für die Entwicklung Schwarzafrikas einsetzt.

 

In diesem Fall haftet dem Erbe das Leid des Sklavenhandels an.

Manche Historiker schätzen die Zahl der direkten und indirekten Opfer des Jahrhunderte langen Sklavenhandels auf annähernd 100 Mio. Menschen. Aber selbst wenn es „nur“ 10 Mio. wären, wäre das eine schreckliche Zahl.

 

Ich habe Dendra seit der Aufstellung nicht wiedergesehen, weshalb ich nicht weiß, wie sie letztendlich verfahren ist.

Ich hoffe für sie, dass sie den Mut hatte, auf das Erbe zu verzichten.

Hellinger hat Erbschaftsstreitigkeiten auch schon mit einer Art Fluch verglichen.

Diesen Energien sollte man sich nicht unbedingt aussetzen.

 

Fazit:

© hainichfoto - Fotolia.com

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Erben ist eine heikle Sache und in vielen Fällen von Erbschaftsstreitigkeiten begleitet.

Man sollte sich sehr genau ansehen, welche Energien im Erbe mitschwingen, bevor man sich dazu entscheidet, das Erbe anzunehmen.

In einer gewissen Anzahl der Fälle ist es energetisch besser, auf das Erbe ganz zu verzichten.

1 Antwort : Erben und Erbschaftsstreit – Wie Familien zerrütten können”

  1. helga sagt:

    Die Erbschaft fordert immer die kühle Vernunft, wenn die Familie nicht zerrüttet werden will. Mein Vater teilte sein Grundstück gerecht zwischen unseren Kindern. Mein Sohn hat seinen Vermächtnisanspruch offenbar geltend gemacht, ihre Tochter aber bis jetzt noch nicht, der Anspruch wird in einer Woche schon verjährt. Man muss doch die Selbstverantwortung tragen, danke für die Anregungen zum Nachdenken!

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