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Wie du auch schwierigste Rollen loslassen kannst

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© Dan Race - Fotolia.com

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Beatrix setzt sich mechanisch nach dem Ende der Aufstellung auf ihren Stuhl zurück. Als ich frage, ob alle Stellvertreter gut aus ihren Rollen rausgekommen sind, reagiert sie nicht.

Ich spreche sie noch einmal direkt an – keine Reaktion.

Wie kann man Beatrix helfen, damit sie aus der Rolle herauskommt?

Grundsätzlich sollte es eigentlich problemlos funktionieren, sobald die Aufstellung vorbei ist, dass du aus deiner Rolle herauskommt.

Diesen Vorgang nennt man auch „Entrollen“.

Wenn es nicht gleich klappt, kannst du z. B. …

  1. Auf und ab gehen und dabei deinen Namen sagen: z. B. „Ich bin Beatrix Müller.“ Oder
  2. Dich an den Armen und/oder Beinen abklopfen. Damit kommst du normalerweise relativ schnell wieder ganz in deinem Körper und bei dir an. Oder
  3. Ein, zwei Mal kräftig mit den Füßen aufstampfen, sodass du deine Füße und den Kontakt zur Erde spürst. Oder
  4. Du reibst dir ein paar Mal über das Gesicht und beklopfst mit den flachen Händen deine Wangen. Oder
  5. Du gehst an die frische Luft und läufst ein paar Schritte auf und ab. Oder
  6. Sich kurz ein Mal um sich selbst drehen und dann mit einem tiefen Atemzug setzen. Oder
  7. Einen symbolischen großen Schritt „aus der Rolle machen“, sodass eine imaginäre, räumliche Trennung entsteht. Oder
  8. Du spritzt dir kaltes Wasser auf die Hände und/oder ins Gesicht.
  9. Der/die Aufstellende kommt zu dir und sagt dir ganz explizit, wobei er/sie dir in die Augen schaut: „Ich befreie dich von deiner Rolle. Du bist wieder ganz du selbst.“
  10. Du gehst zum/r Aufstellenden und gibst im die Hände, wobei deine Handflächen nach unten zeigen, seine/ihre nach oben, schaust ihm/ihr in die Augen und sagst: „Hiermit gebe ich dir meine Rolle zurück. Sie gehört zu dir und deinem System.“

Generell helfen alle erdenden Maßnahmen, Rituale und Tätigkeiten besonders gut.

 

In schwereren Fällen, gerade wenn du eine schwierige Rolle als Mörder, Opfer, Traumatisierter, Adept der Schwarzen Magie u.Ä. innehattest, braucht es größere Anstrengungen, wenn du in der Rolle feststeckst.

© blauviolette - Fotolia.com

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  1. Bewährt haben sich zwei schwarze Turmaline (auch Schörl genannt), wobei du je einen in jede Hand in die Mitte der Handfläche platzierst. Hiermit kannst du auch stärkere, negative Energien und Fremdenergien ableiten. Meiner Erfahrung nach solltest du sie mindestens fünf Minuten anwenden. Danach zwei Minuten unter fließend Wasser wieder von den Energien entladen.
  2. Gehe mit einem Assistenten oder Person deines Vertrauens aus dem Aufstellungsraum und lass dich von ihm/ihr ein paar Minuten am ganzen Körper so lange beklopfen, bis du wieder ganz bei dir bist.

 

 

 

 

In sehr schweren Fällen, wenn du z. B. die Rolle eines Massenmörders, schwer Traumatisierten, langjährigen Praktizierenden von Schwarzer Magie u.Ä. innehattest und sie nicht verlassen kannst, bedarf es besonderer Maßnahmen.

© .shock – Fotolia

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  1. Zuerst einmal sollten alle obigen Methoden ausprobiert werden, bis auf die Rückgabe zum/r Aufstellenden (obwohl diese Rolle zu seinem/ihrem System gehört, ist es zu gefährlich, ihm/ihr diese „zurückzugeben“).
  2. Der Aufstellungsleiter sollte mit dem/der Stellvertreter/in vor die Tür ins Freie gehen und dann sollten die Energien symbolisch in den Himmel bzw. ins Universum „geschleudert“ werden. Dies sollte auch durch eine schleudernde Bewegung der Arme unterstützt werden. Der Aufstellungsleiter sollte so lange nachhaken, bis nichts mehr zurückgeblieben ist. Danach noch einmal die schwarzen Turmaline für mindestens eine halbe Stunde in den Händen halten.
  3. Unterstützend wirken Gebete, Anrufungen von Krafttieren und Ressourcenarbeit. Für den Rest des Aufstellungstages sollte der betroffene Stellvertreter keine Rolle mehr annehmen.

 

Bert Hellinger soll gesagt haben, dass man dem Stellvertreter nicht „entrollen“ soll, da man ihm damit etwas wegnimmt.

Ich stimme dem nicht zu, denn die wichtige Erfahrung bleibt sowieso und der Stellvertreter sollte immer ganz er selbst sein und bleiben.

Fremdenergien haben bei ihm nichts zu suchen.

 

Welche tiefere Bedeutung hat es, wenn eine Rolle nicht so einfach abgelegt werden kann?

Zuerst einmal weißt es darauf hin, dass der Stellvertreter höchstwahrscheinlich in seinem System eine ähnliche Problematik hat.

Ein Stellvertreter ist ja auch nie „zufällig“ in einer Rolle, sondern seine Seele wollte wahrscheinlich genau diese Erfahrung machen.

Manche sagen auch, dass die Seele einen Umstand aus dem eigenen System „reinszeniert“ hat, um auf die Thematik hinzuweisen.

Insofern hat der Stellvertreter einen wertvollen Hinweis erhalten, wo er in seinem System noch hinschauen sollte.

Weiter verweist die Schwierigkeit, aus der Rolle zu kommen, darauf, dass im Stellvertreter ein „Leck“ oder „Loch“ ist, durch das diese Energie sich in ihm festsetzen konnte.

Wenn man hier mal das Konzept der Aura eines Menschen als Symbol heranzieht, gibt es an irgendeiner Stelle der Aura eine Schwachstelle, durch die die Fremdenergie sich temporär festsetzen konnte.

Hier solltest du als betroffener Stellvertreter nachforschen, ob das schon einmal passiert ist und eventuell sogar mit einer Aufstellung überprüfen, wie du dieses „Loch“ stopfen kannst.

 

Besonderheiten des Entrollens bei Strukturaufstellungen nach Gunthard Weber, Thomas Siefer e.a.

Bei Strukturaufstellungen wird des Öfteren ein Rückgaberitual verwendet, wobei der Stellvertreter einen symbolischen Gegenstand für seine Rolle an den Aufstellenden zurückgibt.

Auch werden verwendete Gegenstände wie Kissen, Decken, Stühle etc., die in der Aufstellung eine Rolle gespielt haben bzw. verwendet wurden, anschließend alle „entrollt“, um „Bedeutungsanhaftungen“ (eigene Wortschöpfung) zu verhindern.

Das passiert ganz praktisch, indem man bspw. das Kissen nimmt und zu ihm sagt: „Du bist jetzt wieder ein ganz normales Kissen.“

Ich persönlich wende das nicht an, aber finde das Beachten energetischer Auf- und Entladungen (mit Bedeutung) sehr nützlich und würde es im Zweifelsfall anwenden, wenn ich eine energetische Signatur an einem Gegenstand bemerken würde.

Generell wird in Strukturaufstellungen das Hineinkommen in die Rollen mit hypnotherapeutischen Begleitsätzen erleichtert, sodass dem Stellevertreter andere Ebenen zugänglich sind.

Insofern ergibt das oben erwähnte Rückgaberitual mit einem Gegenstand durchaus Sinn.

 

Im Fall der Eingangs erwähnten Beatrix ging ich mit ihr hinaus und ließ sie die Rolle in den Himmel schleudern. Danach nahm sie die schwarzen Turmaline für eine Stunde in die Hände.

Als kleine Hausaufgabe bat ich sie, in den Wald oder an eine andere Stelle zu gehen und nach Leibeskräften zu schreien.

Sie hatte in der Aufstellung eine sehr schwere Opferrolle inne und das Schreien von Beatrix grenzte sie von dem stumm gebliebenen Opfer merklich ab.

Als wir danach telefonierten, hatte sie bereits im Wald geschrien und war wieder ganz und gar sie selbst.

 

Fazit:

Es kann manchmal passieren, dass ein Stellvertreter nicht so einfach aus seiner Rolle herauskommt.

Hierfür haben die verschiedenen Aufstellungsschulen wirksame Methoden entwickelt, um dem/der Betroffenen zu helfen.

Diese Erfahrung sollte als wichtiger Hinweis gesehen werden, nach einer ähnlichen Thematik im eigenen System und bei sich selbst zu schauen, um eventuelle „Löcher“ bei sich zu stopfen bzw. die Thematik zu (er)lösen.

Hast du schon eine solche Erfahrung gemacht?

Hast du danach dann geforscht, warum dir das passiert sein könnte?

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