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Was hat Hitlers Mutter mit dem Familienstellen zu tun?

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© frank peters - Fotolia.com

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Ich weiß, eine provokative Eingangsfrage.

Es geht hier um eine mögliche Intervention seitens des Familienaufstellungsleiters in einer Täter-Opfer-Konstellation, wenn der Täter übermächtig und/oder kein Einsehen hat.

Wer diese Art Intervention das erste Mal verwendete, konnte ich beim Recherchieren nicht herausfinden.

Sie greift auch nicht immer, da die Mutter gewisse Qualitäten haben muss, um auf ihren Sohn zu wirken.

Adolfs Mutter Klara Hitler wird sowohl von Adolf Hitler selbst als auch von ihrer Umgebung als warmherzige, liebevolle Mutter beschrieben.

Eine Frau mit ähnlichen Qualitäten brauchen wir als Mutter, wenn wir das Eis beim Täter brechen wollen.

Zur Erinnerung eine kurze Zusammenfassung der Täter-Opfer-Dynamik:

Der unangemessene Gebrauch von Macht und das Erfahren von Ohnmacht sind der Ursprung dieser Dynamik.

Das kann sich auf geschichtliche Ereignisse beziehen

– wie Sklavenhandel, Völkermord, Pogrome, der Spanische Bürgerkrieg, stalinistische Verfolgung, Verbrechen des Nationalsozialismus, ethnische Säuberungen etc.

– oder soziale Hintergründe haben (Kriminalität, Unterdrückung der Frauen, Mobbing/Bossing, Ausbeutung, Prostitution uvm.) oder auch gespeist werden aus innerfamiliären Vorkommnissen (Missbrauch, familiäre Gewalt, Ehrenmord …).

Aus Sicht des Familienstellens bewirkt die Tat solange eine Bindung zwischen Täter und Opfer, bis für die Tat ein Ausgleich stattgefunden hat.

Der gesunde Ausgleich geschieht durch reuevolles Anerkennen der Tat durch den Täter und Annehmen der Reue seitens des Opfers, sodass es zu einer Versöhnung kommt.

Kommt eines der beiden Ereignisse nicht zustande, wird ein ungesunder Ausgleich durch die betroffenen Familiensysteme vorgenommen.

Das kann bedeuten, dass ein Nachgeborener ohne Wissen um die wahren Umstände und Hintergründe vom Familiengewissen blind ausgedeutet wird und ‚sühnt‘.

Auf das Schicksal des Einzelnen bezogen erscheint das ungerecht und nicht nachvollziehbar, da er selbst sich nichts hat zuschulden kommen lassen.

Aus Sicht des Familiensystems ist ein Ausgleich geschaffen worden.

Das Ziel des Familienstellens ist es, da zu uns Familienstellern die Betroffenen des ungesunden Ausgleichs kommen, mit diesen zu einem gesunden Ausgleich zu gelangen.

Inwieweit das möglich ist, hängt auch von Faktoren jenseits der Fähigkeiten des Leitenden der Familienaufstellung ab.

Täter-Identifikation und Opfer-Identifikation

Ab dem Zeitpunkt der Tat sind die Opfer Teil des Familiensystems des Täters.

Umgekehrt sind die Täter nicht Teil des Familiensystems des Opfers, aber gehören in den sogenannten systemischen Kontext.

Denn die Tat hat starken Einfluss auf das ganze Familiensystem des Opfers.

In beiden Familiensystemen kann es, solange keine Versöhnung stattgefunden hat, jetzt zu Identifikationen kommen – sowohl als Täter- als auch als Opfer-Identifikation.

 

Stellen wir uns folgendes Beispiel vor:

Du leitest eine Aufstellung mit Täter-Opfer-Dynamik.

Täter und Opfer sind identifiziert. Der Täter ist männlich.

Das Opfer ist zur Versöhnung bereit.

Aber: der Täter mauert.

Er macht keine Anstalten von Bedauern und zeigt kein Mitgefühl.

Sein Herz ist verschlossen. Er ist ganz auf Abwehr.

Jetzt hast du als Aufstellungsleiter die Option, die Mutter des Täters hineinzustellen.

In gut 30% der Fälle (eigene Schätzung nach persönlicher Erfahrung) hast du Glück und die Mutter hat starke Herzqualitäten – wie Klara Hitler.

In den allermeisten Fällen kann sie das Herz des Täters öffnen (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Nach der Begegnung mit seiner Mutter lässt du den Täter wieder dem Opfer begegnen.

Jetzt besteht eine gute Chance auf Reue und echtes Bedauern.

Dahin wolltest du kommen.

Jetzt kann Versöhnungsenergie fließen, was die Voraussetzung ist, damit Verstrickungen aufgelöst werden können.

Wenn es – aus welchen Gründen auch immer – nicht zu einer Versöhnung kommt, arbeitest du mit Techniken der Abgrenzung, um deinem Klienten zu helfen (ist hier aber nicht das Thema und sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt).

 

FAZIT:

In einigen Fällen kann die Mutter des Täters eine stockende Aufstellung wieder in Schwung bringen, wenn sie eine starke Herzenergie hat.

Dies ist immer auch ein Geschenk – der Aufstellungsleiter muss es aber auch in Betracht ziehen, sonst kann er nicht beschenkt werden.

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